Unsere Formate übersetzen Themen in erfahrbare Geschichten.
Wir entwickeln interaktive, auditive Vermittlungsformate für Kulturinstitutionen, Festivals, Konferenzen und Teams. Unsere Arbeiten verbinden Performance, Sound und direkte Beteiligung des Publikums und eröffnen neue, oft überraschende Zugänge zu Inhalten.
Je nach Kontext sind unsere Formate ortsgebunden oder mobil, einmalig oder wiederholbar. Immer jedoch sprachlich, körperlich und gemeinschaftlich.
Das Radioballett ist eine kollektive Audioperformance, bei der Teilnehmer*innen über Funkkopfhörer Handlungsanweisungen erhalten und gemeinsam einen Raum bespielen. Durch das Befolgen, oder bewusste Brechen dieser Anweisungen entsteht eine performative Situation, die irritiert, verbindet und neue Perspektiven eröffnet.
Das Radioballett eignet sich besonders, um gesellschaftliche, politische oder institutionelle Themen erfahrbar zu machen und vertraute Orte neu zu lesen.
In diesem Radioballett tauchen die Teilnehmenden in eine fiktive Welt ein, die erfahrbar macht, wie faschistische Systeme entstehen und wirken. Ausgehend von alltäglichen Situationen erleben sie, wie Misstrauen, Ausgrenzung, Propaganda und Angst den gesellschaftlichen Zusammenhalt zerstören. Die Teilnehmenden bewegen sich durch eine Welt, in der Menschen beobachtet, eingeteilt, ausgegrenzt und schließlich weggesperrt werden. Spürbar wird, wie schwer es ist, mutig zu sein, wenn Angst herrscht, und wie schnell Solidarität verloren gehen kann. Am Ende steht die Erkenntnis, dass solche Strukturen nicht unausweichlich sind und dass Veränderung dort beginnt, wo Menschen widersprechen, füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen.
Zwischen Alltag und Erinnerung entsteht ein Raum, in dem die Teilnehmenden die Gegenwart neu betrachten und einen öffentlichen Ort bewusst zu einem Erinnerungsort machen. Im Zentrum steht die Frage, wie wir heute mit Geschichte umgehen und welche Verantwortung daraus entsteht. Durch kleine Bewegungen im Raum wird sichtbar, wie sich Meinungen und Haltungen langsam verschieben können, oft ohne dass man es sofort bemerkt. Dabei wird deutlich: Faschismus beginnt nicht plötzlich, sondern mit Worten, Wegschauen und kleinen Schritten. Die Teilnehmenden reflektieren, wie historische Erinnerung mit Entscheidungen im Hier und Jetzt verbunden ist und dass Demokratie und Menschenwürde nicht selbstverständlich sind, sondern jeden Tag neu verteidigt werden müssen.
Dieses Stück lädt dazu ein, Zwänge, Erwartungen und Ungleichheiten unserer heutigen Welt bewusst wahrzunehmen und zu hinterfragen. Erlebbar wird, wie Ressourcen, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe oft ungleich verteilt sind und von Normen sowie Machtstrukturen geprägt werden. In der gemeinsam entwickelten Utopie entsteht ein Gegenentwurf: Ressourcen werden geteilt, Arbeit solidarisch organisiert und Zugänge inklusiv gestaltet. Dabei rückt die Erkenntnis in den Mittelpunkt, dass Bedürfnisse individuell sind und gesellschaftliche Strukturen sich daran orientieren sollten. So entsteht die Vision einer Zukunft, die durch gemeinsames Denken, Zuhören und Handeln aktiv von uns allen gestaltet werden kann.
Was passiert, wenn aus Bewegung Zugehörigkeit wird und aus Zugehörigkeit Abgrenzung?
In diesem Radioballett erleben die Teilnehmenden durch Klang, Rhythmus und Körperbewegung die Entstehung von Gruppen, Konflikten und Gemeinschaft. Zwischen Nähe und Distanz, Harmonie und Chaos entfaltet sich eine performative Erfahrung über Identität, Macht und den Wunsch, dazuzugehören.
Drei Gruppen begegnen sich im selben Raum, entwickeln eigene Rituale und geraten zunehmend in Konkurrenz zueinander. Was zunächst verbindet, beginnt zu trennen, bis die Frage entsteht, ob Zusammenleben auch jenseits von Abgrenzung möglich ist. Das Radioballett lädt dazu ein, Gruppendynamiken nicht nur zu beobachten, sondern körperlich und emotional selbst zu erfahren.
Prototea ist ein Planet am äußeren Rand der Galaxie, bewohnt von einer humanoiden, friedliebenden Spezies, die ein nahezu ungestörtes Leben in Wohlstand führt. Doch Prototea geht es schlechter, als es scheint. Dunkle Mächte agieren im Verborgenen und lassen den Planeten langsam zerfallen. Kann das drohende Unheil abgewendet werden? Und welche Rolle spielt die ominöse Zitadelle, die ihre Finger überall im Spiel zu haben scheint? Erlebe ein spannendes Sci-Fi-Abenteuer, in dem im wahrsten Sinne des Wortes Spannung entsteht und verhandelt wird, welche Energien wir nutzen wollen und welche nicht.
Dein Wecker klingelt und du hast verschlafen! Dreißig Jahre lang dösig den Snooze-Button drücken, um noch ein bisschen im Land der Träume zu verweilen, das wünschen wir uns doch alle manchmal. Doch was, wenn das Erwachen böse ist und die Realität ein klimagewandelter Alptraum? Was, wenn du aus deinem Zelt stolperst und deine Traumwelt von den Wellen davongetragen wurde? Bei diesem Watt-Spezial-Radioballett findest du’s heraus, ohne dass es gleich wirklich zu spät sein muss. Bloß den Kopf nicht in den Sand stecken (oder vielleicht doch?)!
Am Beispiel des Wassers erkundet dieses Radioballett die unterschiedlichen Einflüsse des Menschen auf die Natur. Nachdem zu Beginn gemeinsam der Weg des Wassers von der Troposphäre bis in den Grund erlebt wird, teilen sich die Gruppen in Fische sowie Fabrikarbeiter*innen bzw. Aktivist*innen auf. Figuren, die den Lauf des Wassers auf unterschiedliche Weise nutzen und beeinflussen. Was als stiller Tropfen beginnt, wird zum Strom widersprüchlicher Interessen und stellt die Frage, wem das Wasser eigentlich gehört.
Good Crop, Bad Crop ist ein zauberhaftes Märchen zum Thema Agrarpolitik. Die Teilnehmenden verwandeln sich in eine magische Landwirt*in oder Pflanze, um gemeinsam ihren Erzfeind Kapitalismo zu besiegen. Zwischen Überproduktion und Bodenerosion wächst der Widerstand und mit ihm die Frage, wie fruchtbar eine Zukunft sein kann, die im Gleichgewicht mit der Natur steht.
Im Fokus dieses Radioballetts steht das Verhältnis von geborener und geschaffener Materie. In Anlehnung an Marshall McLuhans Theorie der menschlichen Erweiterungen („The Medium is the Massage“) reisen die Teilnehmenden durch die Zeit, um die unterschiedlichen Stadien des Menschseins (immer in Verbindung mit seinen selbstgeschaffenen Erweiterungen) zu erkunden.
2020 hat sich das Körperfunkkollektiv mit Viva con Agua e.V. zusammengetan – entstanden ist eine fantasievolle Geschichte, in der ihr gemeinsam eure Grenzen überwinden und eure Stärken entfachen könnt. Wenn viele Körper in Bewegung geraten, entsteht ein Rhythmus, der Mauern ins Wanken bringt und zeigt, dass kollektive Kraft mehr ist als die Summe ihrer Teile.
In diesem Stück wird sich mit unterschiedlichen Konzepten von Utopie und Dystopie auseinandergesetzt. Die Teilnehmenden reisen durch die Zeit und begegnen bekannten Visionen wie Orwells 1984, Huxleys Schöne Neue Welt oder Morus’ Utopia, ebenso wie neuen, noch ungeschriebenen Entwürfen von Zukunfts- und Albtraumwelten. Sie erwecken diese Welten in verschiedenen Rollen zum Leben, ohne von Anfang an auf einen einzigen Kanal festgelegt zu sein. Im Verlauf des Stücks wechseln sie ihre Perspektiven und Rollen immer wieder, geleitet von den Antworten auf Entscheidungsfragen, die ihren Weg bestimmen.
Dieses Stück lässt in verschiedene Gedankenexperimente zur zukünftigen Festivalkultur eintauchen: Wie sähe ein Festival aus, das sich den Regeln des Kapitalismus widersetzt? Das sich klimaneutral und hierarchiefrei gestaltet? Aber auch: Wie könnte ein Festival aussehen, das sich gänzlich dem digitalen Zeitalter verschrieben hat? Hier verschärfen sich schließlich die Konfliktlinien eines gegenwärtigen Diskurses: die Abwägung zwischen digitalem Komfort und individuellem Freiraum.
Dieses Stück ist in Kooperation mit dem Deutschen Hygienemuseum Dresden im Rahmen der Ausstellung „FAKE – Die ganze Wahrheit“ entstanden. Es skizziert zwei fiktive Szenarien, ausgelöst durch die anfängliche Frage: Welches Leben möchtest du führen? Eines in purer, unverhohlener Wahrheit? Oder eines mit Chance auf erfolgreiche Lügengeschichten? Welche Konsequenzen deine Antwort auf diese Frage mit sich bringt, wirst du in diesem Stück herausfinden.
Deutschland zählt zu den Ländern mit dem höchsten Lebensstandard weltweit. Doch auch hier stellen sich Fragen nach der Verteilung des Geldes: Wem wird viel, wem wenig zuteil? Welche Arbeit zählt als bezahlenswert, welche nicht? Und wer oder was definiert, wer als reich oder arm gilt? Ursprünglich konzipiert für die NGO „Bündnis eine Welt“, reflektiert dieses Stück die Attribute von „Armut“ und „Reichtum“ in einem Wohlstandsland.
In den schattenumhüllten Tiefen der Manga-Welten erhebt sich Kitsukōyaku, ein finsterer Antagonist, der seine Mächte über das Universum ausbreitet. In diesem epischen Kampf zwischen Licht und Dunkelheit liegt das Schicksal aller Manga-Welten in euren Händen. Gemeinsam durchstreift ihr ein Kaleidoskop von Realitäten voller Gefahren und Geheimnisse. Eure Mission: durch Rätsel, Kämpfe und Prüfungen, die euch alles abverlangen, die Amulett-Teile finden, um Kitsukōyakus Macht zu brechen. Doch die Bande der Freundschaft und eure Entschlossenheit sind eure stärksten Waffen. Macht euch bereit, eure Held*innen-Herzen zu entfesseln, denn nur euer Mut kann die Manga-Welten retten.
Fragment erforscht die Trennlinien zwischen privatem und öffentlichem Leben anhand von menschlichen Erfahrungen in der realen und virtuellen Welt. Die Teilnehmenden werden aufgefordert, die Gratwanderung ihrer eigenen digitalen und ihrer „offline“-Existenz zu erkunden, sich auseinanderzusetzen mit den Verschmelzungen vom sozialen, menschlichen Miteinander und social Networks. Was ist öffentlich? Was ist privat? Wie wirken sich Handlungen im digitalen Raum auf unsere physischen Lebenswelten aus? Wie wandeln sich Informationen auf Bildschirmen ganz eigenständig in physische Wahrnehmungen um?
Das Stück erkundet spielerisch traditionelle Geschlechterrollen. Im Rahmen eines umgekehrten Märchens werden Konzepte der weiblichen Schönheit, gesellschaftliche Tabuisierungen weiblicher Biologie sowie Ursprungserzählungen von Männlichkeit und Weiblichkeit auf die Schippe genommen.
Was besitzen wir? Wie viel besitzen wir davon? Und warum besitzen wir es? Bei #meandmyobjects verwandeln sich die eigenen vier Wände der Teilnehmenden in eine finktive Realität, die sie selbst gestalten und erkunden können. Dabei setzen sich die Teilnehmenden mit ihren Besitztümern auseinander, entfremden sie spielerisch und haben zum Schluss die Möglichkeit, in kreativer Auseinandersetzung mit ihren Gegenständen, diese Teil einer Online-Ausstellung werden zu lassen.
Dieses Radioballett ist frei zugänglich und kann jederzeit, jederorts abgespielt werden.
Stück zum Durchführen über Videokonferenz-Tools. Von zu Hause aus treffen sich die Teilnehmenden in einer Videokonferenz und lassen sich auf ein Experiment zum Thema Anonymität im Netz ein. Was bedeutet Anonymität? Freiheit, Privileg, Gefahr? Wie verhalten wir uns, wenn wir glauben, niemand schaut hin? Und wie können wir Intimität schaffen, ohne uns zu sehen?
Unsere Audiowalks verbinden Ort, Sound und Narration. Teilnehmer*innen bewegen sich mit Kopfhörern durch Ausstellungen, Stadträume oder spezifische Umgebungen und treten dabei in einen performativen Dialog mit dem Gesehenen.
Durch die auditive Ebene entstehen neue Lesarten von Räumen und Inhalten. Gedanken von Künstler*innen, Kurator*innen oder Akteur*innen werden somit unmittelbar erfahrbar.
Bei “Erstbegehung” begeben sich dein Körper und dein Geist auf einen gemeinsamen Spaziergang. Du erforschst dabei das Spazieren als Kulturtechnik und findest heraus, was du wahrnimmst, wenn du bewusst gehst, was du fühlst, wenn du kein Ziel hast und was es für dich bedeutet, deinem Körper Raum zu lassen, deinen Geist an die Hand zu nehmen. In dieser Kooperation zwischen dem Körperfunkkollektiv mit dem Mosaique setzt du einen Fuß vor den anderen – und deine Gedanken werden folgen.
Gemeinsam handeln, reflektieren, neu denken? Bei unserem Teambuilding-Format stranden die Teilnehmer*innen auf der fiktiven Insel Dream Island. Dort müssen sie gemeinsam Strukturen entwickeln, Entscheidungen treffen und eine neue Gemeinschaft organisieren.
Das Format lädt dazu ein, eigene Werte, Rollen und Dynamiken zu reflektieren und spielerisch neue Perspektiven auf Zusammenarbeit, Verantwortung und Kommunikation zu entwickeln.
In unseren Workshops vermitteln wir Grundlagen interaktiver und auditiver Performanceformate und geben Einblicke in unsere künstlerische Praxis. Je nach Zielgruppe und Kontext reichen die Formate von einführenden Erfahrungsworkshops bis hin zur gemeinsamen Entwicklung eigener Audioperformances.
Die Workshops richten sich an alle Gruppen, Vermittler*innen, Studierende, pädagogische Kontexte oder Teams, Vorkenntnisse sind in der Regel nicht erforderlich.
Mögliche Workshop-Formate sind unter anderem:
Einführende Workshops zu Radioballett & immersiven Formaten
In diesen Workshops lernen die Teilnehmenden das Format Radioballett praktisch und theoretisch kennen. Sie erleben zunächst selbst eine Audioperformance und reflektieren anschließend gemeinsam ihre Erfahrungen. Ergänzt wird dies durch Einblicke in Hintergründe, Arbeitsweisen und weitere immersive Formate aus der Praxis.
Produktionsworkshops (Idee, Text, Aufnahme, Schnitt)
In diesen Workshops begleiten wir Gruppen dabei, eigene interaktive Audioperformances zu konzipieren, aufzunehmen und umzusetzen. Von der ersten Idee über das Schreiben bis hin zu Aufnahme und Schnitt geben wir Einblicke in unsere Arbeitsweise und Werkzeuge.
Performative Formate mit integriertem Workshop-Charakter
Diese Formate verbinden performative Audiowalks oder Radioballette mit Reflexions- und Austauschräumen. Sie eignen sich besonders für Bildungs- und Gruppenprozesse, da das gemeinsame Erleben direkt mit inhaltlicher Auseinandersetzung verknüpft wird.
It’s my privilege erforscht die ganz alltäglichen Dimensionen von Ungleichheit. Von der Arbeit über Freund*innen bis hin zu Feiern oder Dating:
Vermeintlich normale Alltagssituationen gestalten sich in der Regel völlig unterschiedlich für einen Großteil der Bevölkerung, der nicht der cis-männlichen, weißen Norm entspricht. Vieles davon passiert entweder so subtil oder gilt derart als normal, dass wir es nicht mal mehr bemerken. Spielerisch wollen wir die unterschiedlichen Facetten unseres Alltags erkunden und die vielen Dimensionen aufdecken, die uns manchmal verborgen bleiben.
Was braucht ein Festival, damit sich alle Menschen wohl und sicher fühlen können? In diesem partizipativen Radioballett setzt sich das Publikum spielerisch mit Awareness, Zugänglichkeit und einem respektvollen Miteinander auseinander. Gemeinsam entwerfen die Teilnehmenden ihre ideale Festival-Utopie: einen Ort, an dem alle Menschen teilhaben können. Doch schnell zeigt sich, dass gute Infrastruktur allein nicht ausreicht. Auch das eigene Verhalten, Privilegien und gemeinschaftliche Verantwortung spielen eine entscheidende Rolle. Zwischen Traumfestival und Realität hinterfragt das Radioballett, welche Strukturen es braucht, damit aus einer Utopie ein sichererer Raum für alle werden kann.
Wir arbeiten gerne kollaborativ und entwickeln Formate gemeinsam mit Künstler*innen, Institutionen, Kurator*innen, Pädagog*innen oder Initiativen und allen, die Lust haben, Themen anders zu erzählen. Dabei verstehen wir Kooperation nicht als Zuarbeit, sondern als gemeinsamen Prozess: offen für Experimente, Perspektivwechsel und neue Formen der Vermittlung. Der Mehrwert liegt für uns im Zusammenführen unterschiedlicher Expertisen. Inhalte, Räume und Fragestellungen treffen auf unsere performativen und auditiven Formate, sodass Vermittlungsformen entstehen, die nicht nur informieren, sondern berühren, irritieren und im Gedächtnis bleiben.
Ihr habt eine Idee oder ein Thema? Wir freuen uns über Anfragen und Gespräche.